Mamoiada. Ein kleiner Ort Sardiniens, im Herzen der Barbagia.

Die Anbaugegend

Territorium, Böden und Mikroklima
Die kleine Ortschaft Mamoiada hat ca. 2600 Einwohner und liegt im Herzen der Barbagia von Ollolai, 16 km von der Provinzhauptstadt Nuoro und nur wenige Kilometer vom Gennargentu, vom Supramonte und den wichtigsten Touristenzentren entfernt.
Mamoiada grenzt an die Territorien der Ortschaften Fonni, Gavoi, Ollolai, Sarule, Orani und Orgosolo sowie der Stadt Nuoro. Der Ort mit seinen Agrarflächen hat eine Ausdehnung von ca. 4.903 Hektaren und ist auf einer Anhöhe von durchschnittlich ca.
736 m über dem Meeresspiegel gelegen. Zu den wichtigsten Erwerbszweigen neben dem Weinanbau – Mamoiada zählt insgesamt 5 Weingüter – gehören die Viehzucht sowie die Herstellung von Brot, Gebäck und Süßwaren. Der Großteil seiner Anbauflächen, ca. 270 Hektar Land, wird von Weinbauern bewirtschaftet, wobei fast ausschließlich Cannonau-Reben angebaut sind.
Das Mikroklima ist mild, mit intensiven Niederschlägen und Schneefällen im Winter, Niederschlägen zu Beginn des Frühjahrs sowie heißen und trockenen Sommern. Deutliche Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht in der Zeit vor der Weinlese begünstigen die Polyphenolanreicherung in den Trauben. Die Böden Mamoiadas setzen sich hauptsächlich aus zersetztem Granit sowie einem kleinen Anteil Lehm und Humus zusammen. Sie sind reich an Kalium und Phosphor sowie arm an Schwefel.

 

Archäologie
Mamoiada hat ein reiches geschichtliches Erbe und viele, noch heute lebendige Traditionen. Das Vorkommen zahlreicher natürlicher Quellen und der extrem fruchtbare Boden haben sicherlich den Ausschlag dafür gegeben, dass hier schon in der Jungsteinzeit Menschen siedelten und bis heute ihre Spuren hinterlassen haben. Eine besondere Erwähnung unter den Ausgrabungsstätten des Gebietes verdient sicherlich der Monolith Sa Perda Pintà mit seinen Cup-and-Ring-Markierungen, Motive, die uns auch aus Ländern wie Irland, Schottland, Frankreich oder Südamerika bekannt sind. Zu den wichtigsten Grabstätten, die man auf dem Gebiet Mamoiadas gefunden hat, gehören sicherlich die zwei Gräber Orgurù und Istevene.
Letztere ist von besonderem Interesse, denn man hat auf einer Säule in der Hauptkammer der Grabstätte einen eingemeißelten Stierkopf entdeckt. Darüber hinaus finden sich, verstreut auf dem gesamten Gebiet, eine Vielzahl kleinerer Gräber, die neben den genannten nicht weniger interessant sind, wie zum Beispiel die Grabstätte Ovau oder die Felsengräber Sir’oni e Sa i’u Ruvia. In der Nähe der Grabstätte Orgurù wurde die gleichnamige Nuraghe erbaut mit ihrem Blick hinunter auf die Lidana-Marghine Ebene. Auf dem Weg zur Wallfahrtskirche der Heiligen Cosima und Damian finden wir die Überreste der Nuraghen Lidana, Janna Todde und Travessu.

 

Heiligtümer sowie andere kirchliche und weltliche Bauten
Die Wallfahrtskirche SS Cosma e Damiano ist eine der ältesten in der Barbagia. Der Kirchenkomplex sowie das Fest zu Ehren der heiligen Märtyrer stellen für die Bevölkerung Mamoiadas die wichtigsten religiösen Bezugspunkte dar. Die Kirche wurde im 7. Jahrhundert nach Christus erbaut und ist somit die älteste Kirche im Raum der Barbagia. Um die Kirche herum wurde ein Cumbessie-Komplex (kleine, im Kreis angelegte Zimmer, die den Wallfahrern während der Novena als Unterkunft dienen sollten) errichtet, eine architektonische Tradition, wie wir sie von religiösen Bauten griechischen Ursprungs kennen. Über Jahrhunderte hinweg wurde der Komplex zahlreichen Baumaßnahmen unterzogen, so wurden Teile wieder aufgebaut oder erweitert. Ähnlich ist es mit der Kirche, die mehrere Erweiterungen des Kirchenraums erkennen lässt. Die baulichen Veränderungen sind nicht in einem Mal erfolgt, sondern vermutlich in drei aufeinander folgenden Zeiträumen. Charakteristisch für die Wallfahrtskirche und absolut einzigartig ist die Art und Weise, in der man den Kirchenraum verlängert hat. So verläuft der Boden der Kirche nicht ebenerdig, sondern fällt zum Eingang hin ab. An diesem geschichtsträchtigen Ort wird Jahr um Jahr die Novene und das Fest zu Ehren der Heiligen gefeiert. Organisiert werden die religiösen Festlichkeiten von einer Gruppe Pfarrangehöriger, die, unter der Leitung des Pfarrers, nicht nur die Planung für das Fest übernimmt, sondern sich während des Jahres auch um die Instandhaltung der Gebäude kümmert. Unter den architektonischen Zeugnissen im Zentrum Mamoiadas sticht vor allem die imposante Kuppel der Kirche N.S. di Loreto ins Auge. Über die Ursprünge der Kirche wissen wir nur wenig. Sicher ist nur, dass sie vor 1600 erbaut wurde.
Aus römischer Zeit hingegen stammt der Brunnen „Su ‚Antaru Vetzu“ (Alter Brunnen), den wir in der Nähe des antiken Viertels „Su ’Astru“ (castrum) finden und das im Altertum sehr wahrscheinlich als militärischer Stützpunkt diente. Errichtet wurde der Stützpunkt vermutlich aus strategischen Gründen, da hier die antike Straße Ulbiam-Caralis verlief.

 

Kultur
Unter den alten, heute noch lebendigen Traditionen verdienen die alljährlichen Umzüge der Mamuthones und Issohadores eine besondere Erwähnung. Die so genannten traditionellen Karnevalsfiguren treten jedes Jahr am 17. Januar, zum Fest des Heiligen Antonius dem Täufer, erstmals in Erscheinung. In Tierfelle gekleidet und die Gesichter mit hölzernen Masken verdeckt, ziehen sie an großen Feuern vorbei, die in den einzelnen Vierteln Mamoiadas entzündet werden.
Es handelt sich hierbei um ein Fest, das auf uralte Versöhnungsriten der ländlichen Bevölkerung zurückgeht, die alljährlich während der Wintersonnenwende und mit Blick auf das kommende Erntejahr praktiziert wurden. Das Fest gibt Anlass, den neue Wein zu probieren und es werden typische, lokale Backwaren wie Su Papassinu biancu e nigheddu, Sas chashettas, Su Coccone ’in mele gereicht.
Mit dem Fest des Heiligen Antonius wird offiziell der Karneval von Mamoiada eingeläutet, der von den Einwohnern als ein wichtiger Teil ihrer Kultur empfunden wird. Von ähnlicher Bedeutung ist der typische Tanz „Su passu Turrau“, der, auch von den Menschen in den umliegenden Dörfern, als „su ballu mamujadinu“ (Tanz aus Mamoiada) bezeichnet wird. Zu Karneval tragen die Menschen ihre traditionellen Trachten, tanzen auf den Straßen und lassen Juvanne Martis auftreten, eine Puppe, die, nachdem sie auf einem Karren von einer Gruppe von als Frauen verkleideter Männer durch das Dorf gefahren wird, schließlich bei Dunkelheit auf der Piazza erscheint. Mit dem Tod des Juvanne Martis am Dienstagabend endet der Karneval von Mamoiada.

 

Geschichte
Die Geschichte Mamoiadas, zwischen 550 und 238 vor Christus (Zeit der Besetzung Sardiniens durch die Karthager) und in den nachfolgenden Jahrhunderten, ist auch die Geschichte der „Bergmenschen, die sich immer und immer wieder gegen fremde Übergriffe zur Wehr setzten“. In historischen Dokumenten tritt der Ortsname in unterschiedlichen Versionen auf: Marmoiada, Mamoyata, Mamujata und in neueren Zeiten Mamojada. Für die Römer war Mamoiada vor allem aus strategischen Gründen von Interesse, weil hier einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte der Insel, nämlich die Strasse Ulbiam-Caralis (Nord-Süd-Achse) verlief. Daher kommt es nicht von ungefähr, dass das älteste Viertel Mamoiadas, im oberen Teil des Ortes, Su hastru genannt wird. Dieser Name stammt von dem lateinischen Begriff castrum ab und wurde von den Römern ursprünglich zur Bezeichnung kleinerer militärischer Stützpunkte verwendet.
Um das 11. Jahrhundert gehörte Mamoiada zum Giudicato di Arborea und im Anschluss zur Curatoria, dem Verwaltungsbezirk der Barbagia von Ollolai. Unter der langen Herrschaft des Hauses Spanien-Aragon (1324-1720) überließ der spanische König Ferdinand V. Mamoiada und andere Ortschaften Nuoros dem Feudalherrn Pietro Massa von Arborea. 1604 wurde Mamoiada mit dem Herzogtum von Mandas, ursprünglich einem Lehen der Familien Mazza und später Tellez-Giron, vereint. Unter den Savoyern wurde im Jahr 1820 das so genannte Editto del Chiudente (Edikt der Einfriedung = Privatisierung von Land) erlassen mit dem der Feudalismus formal abgeschafft wurde. Mit dem Gesetz sollte auch der gemeinen, lokalen Bevölkerung die private Nutzung von Boden ermöglicht werden. Die Praxis sah jedoch anders aus, denn der Großteil der Ländereien wurde vom ansässigen Adel eingefriedet und ging somit in dessen Besitz über.
Mit dem Ende des Königtums Sardinien-Piemont im Jahr 1847 und der Einheit Italiens passte sich Mamoiada, das nun mit den anderen Ortschaften Sardiniens und Italiens vereint war, der neuen politischen Situation sowie den vielen, auch heute noch andauernden, gesellschaftlichen wie wirtschaftlichen Veränderungen des Mutterlandes an.

 

Se vuoi approfondire visita i seguenti link
Mamoiada.net
Mamoiada.org
Mamuthones e Issohadores sito ufficiale museo maschera
Mamuthones di Mamoiada
Mamuthones (eventi)

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